Vergleich von verschiedenen Anlagentechniken
Um den Primärenergieaufwand für ein Gebäude zu berechnen
wird neben dem Jahres-Heizwärmebedarf Q
h
und dem Trink-
wasserwärmebedarf Q
tw
auch die Anlagenaufwandszahl e
p
der
installierten Anlagentechnik benötigt.
Der Primärenergiebedarf Q
P
errechnet sich wie folgt.
Q
P
=(Q
h
+Q
tw
)∙e
p
Der Jahres-Heizwärmebedarf Q
h
ist durch die Bauphysik vor-
gegeben. Dieser wird nach DIN V 4108-6 bzw. DIN V 18599
berechnet, während der Trinkwasserbedarf Q
tw
in Abhängigkeit
der Gebäudenutzfläche festgelegt ist.
Die Anlagenaufwandszahl e
p
wird nach DIN V 18599 Teil 5
oder der DIN V 4701 Teil 10 ermittelt. Diese setzt sich aus dem
Wärmeabgabesystem (Radiatoren, Fußbodenheizung, etc.),
dem Rohrnetz, der Speicherung und dem Wärmeerzeuger mit
dem entsprechenden Primärenergiefaktor zusammen.
Die Anlagenaufwandszahl e
p
hat nur für das betrachtete
Gebäude Gültigkeit und kann nicht auf andere Gebäude über-
tragen werden.
Die DIN V 4701-10 sieht drei Varianten zur Ermittlung der
Anlagenaufwandszahl e
p
vor, die alternativ genutzt werden
können:
1. Diagrammverfahren
Vereinfacht kann mittels verschiedener Diagramme nach
Standardwerten die Anlagenaufwandszahl abgelesen werden.
2. Tabellenverfahren
Anhand vorgegebener Standardwerte aller Anlagenkomponen-
ten wird mittels eines Tabellenverfahrens die Anlagenauf-
wandszahl ermittelt.
3. Detailliertes Verfahren
Hierbei können Mischungen aus Norm-Werten und produkt-
spezifischen Werten der Hersteller berücksichtigt werden.
Die Standardwerte der Norm repräsentieren Geräte, deren
energetische Effizienz dem unteren Durchschnitt der am Markt
verfügbaren Produkte entspricht. Werden produktspezifische
Werte eingesetzt, so verbessert sich der Jahres-Primärenergie-
bedarf des Gebäudes deutlich und erreicht somit eine bessere
Bewertung nach der aktuell gültigen EnEV. Hierbei muss
eine detaillierte Berechnung nach DIN V 4701-10 erfolgen.
Diese Norm ist in einschlägigen EnEV-Softwareprodukten
(z. B. Energieberater-Software von Weishaupt) hinterlegt.
Mit den hier angegebenen Produktkennwerten kann die
Wärmeerzeuger-Aufwandszahl e
H,g
ermittelt werden.
Mit der Energieberater-Software von Weishaupt lassen sich
Wohngebäude nach der aktuell gültigen Energieeinsparverord-
nung (EnEV) bilanzieren sowie ein wirtschaftlicher und öko-
logischer Vergleich verschiedener Varianten der Bauphysik und
der Anlagentechnik darstellen. Die Energieberater-Software ist
kostenfrei bei der zuständigen Weishaupt Niederlassung er-
hältlich.
Kennwerte zur Ermittlung der Wärmeerzeuger-Aufwandszahl nach DIN V 4701-10 bzw. DIN 18599
WTC-OB 18-B
60
WTC-OB 18-B
59
WTC-OB 25-B
70
WTC-OB 30-B
77
WTC-OB 35-B
82
WTC-OB 45-A
92
Kennwerte zur Ermittlung des Wärmeverlustes eines
Trinkwasserspeichers q
TW,s
nach DIN V 4701-10 bzw. DIN 18599
WAB 155
1,6
Q
n 50/30
Q
n 80/60
η
100 %
η
30 %
q
B, 70
P
HE 100 %
P
HE 30 %
kW
kW
%
%
%
W
W
14,2
18,3
26,2
32,0
36,2
46,1
13,3
17,2
24,6
29,8
34,1
43,8
97,
97,6
98,0
98,8
98,6
99,1
104,0
104,7
102
103,9
102,1
102,9
1,4
1,2
1,0
0,8
0,7
0,7
152
140
207
183
196
212
36
© Copyright Max Weishaupt GmbH · Druck-Nr. 83505401, November 2023
V
l
155
q
B, S
kWh/d