3. Allgemeine Informationen und Vorschriften

3.4 Anforderungen an das Heizungswasser

Anforderungen an die Heizwasser-Qualität in Anlehnung

an die VDI 2035

In den letzten Jahren hat sich die Technik der W

ärmeerzeu-

gung deutlich verändert. Die Leistungsdichte der Wärmeerzeu-

ger, insbesondere für Brennwertsysteme, wurde signifikant

erhöht. Durch die Erhöhung der Leistungsdichte und der sich

daraus ergebenden kompakteren Bauweise, verringerte sich

auch die Wärmeübertragungsfläche der Brennkammer. Mit

dieser erhöhten Leistungsdichte ergeben sich höhere An-

forderungen an die Beschaffenheit des Heizungswassers, da

die kompakteren Wärmetauscher empfindlicher auf wassersei-

tige Ablagerungen (Kalk, Magnetitschlamm, etc.) reagieren.

Diese Anforderungen an die Wasserbeschaffenheit werden in

der VDI 2035 geregelt. Da dieses Regelwerk aus mehreren

Teilen besteht, wovon Teil 1 und Teil 2 sich mit der Füll- und Er-

gänzungswasserthematik befassen, ist es notwendig die An-

forderungen genauer zu beschreiben. Die VDI 2035 sieht für

alle Heizungsanlagen bis zu einer Temperatur von 100 °C eine

Aufbereitung des Füll- und Ergänzungswassers vor.

Die Qualität des Rohwassers, das an der Anlage zur Verfügung

steht, muss bekannt sein und dokumentiert werden. Besonders

der im Rohwasser vorhandene Chloridgehalt ist dabei wichtig,

da dieser Korrosion bewirkt und selbst Edelstahl zerstören

kann. Die zuständigen Wasserversorgungsunternehmen kön-

nen über die Wasserbeschaffenheit Auskunft geben.

Hinweis

ACHTUNG

In Anlehnung an die VDI-Richtlinie 2035 gelten für

das Heizungswasser nachfolgende Anforderungen.

• Unbehandeltes Füll- und Ergänzungswasser muss Trinkwas-

serqualität haben (farblos, klar, ohne Ablagerungen, usw.).

• Das Füll- und Ergänzungswasser muss sedimentfrei und vor-

filtriert sein.

• Der pH-Wert (bei 25 °C) muss bei 8,5 ± 0,5 liegen.

• Es darf kein Sauerstoffeintrag in das Heizungswasser

erfolgen. Bei nicht diffusionsdichten Anlagenkomponenten

muss das Gerät durch eine Systemtrennung vom Heizkreis

abgekoppelt werden.

• Die elektrische Leitfähigkeit muss unter 1.500 μS/cm liegen,

ideal < 100 μS/cm; dieser Wert ist nur mit entsalztem Was-

ser möglich. Messungen nur mit Präzisions-Messgeräten vor-

nehmen.

Blatt 1 der VDI 2035

behandelt dabei ausschließlich vorbeugende Maßnahmen zur

Vermeidung von Kesselsteinbildung (Umgangssprachlich:

Kalkablagerung). Dadurch wird auf Dauer eine optimale

Leistungsübertragung vom Wärmetauscher auf das Heizungs-

wasser der Heizungsanlage sichergestellt. Die Anforderung

der VDI 2035 Blatt 1 stellt somit die Mindestanforderungen an

das Füll- und Ergänzungswasser für jeden Wärmeerzeuger dar,

unabhängig des verwendeten Werkstoffes.

Blatt 2 der VDI 2035

befasst sich mit vorbeugenden Maßnahmen zur Vermeidung

von Korrosionsschäden durch elektrochemische Korrosions-

vorgänge. Dieser Teil beschreibt im wesentlichen das Einhalten

der elektrischen Leitfähigkeit [μS/cm] und den pH-Wert im

Heizungswasser.

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© Copyright Max Weishaupt GmbH · Druck-Nr. 83505401, November 2023